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Betreutes Wohnen |
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Das Projekt „Betreutes Wohnen“ entstand vor dem Hintergrund der Erfahrung, dass für einen bestimmten Kreis von Jugendlichen und jungen Erwachsenen es notwendig wurde, einen Raum zu finden, den sie akzeptieren können oder der ihrer individuellen Situation gerecht wird.
„Betreutes Wohnen“ soll: - dem jungen Menschen Verantwortung übergeben, ohne ihn alleine zu lassen - unter weittestgehender Akzeptanz seiner eigenen Vorstellungen, und in Orientierung an seine Fähigkeiten, beratend begleiten. Zielgruppe Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene, die selbständig werden wollen oder müssen und aufgrund ihrer eigenen Einschätzung und/oder der ihrer bisherigen Erzieher eine Unterstützung brauchen. Dies meint:a) Jugendliche, für die der Weg in die Selbständigkeit mit massiven Problemen verbunden ist, die zum Erkennen der Realität einerseits einen offenen Rahmen brauchen und andererseits einen pädagogischen Bezug benötigen, um die an sie gestellten Forderungen bewältigen zu lernen b) Jugendliche, die in ihrer bisherigen sozialen und beruflichen Karriere mehrere Brüche erlebt haben und dazu neigen, bei beruflichen und persönlichen Schwierigkeiten alles aufzugeben c) Jugendliche, die keine oder falsche Vorstellungen von der Realität haben, z. Bsp. was es heißt, selbständig in der Gesellschaft zu leben d) Jugendliche, die durch ihre soziale Situation stark gefährdet sind und deshalb zur Vereinsamung neigen, die in die Drogenszene und Kriminalität abzugleiten drohen. Das Alter der jungen Menschen liegt in der Regel zwischen 16 und 30 Jahren, wobei in begründeten Ausnahmefällen diese Altersspanne erweitert werden kann. Möglichkeiten Das „Betreute Wohnen“ umfasst drei unterschiedliche Formen, der Begleitung:a) die Familien - Wohngemeinschaft b) die Wohngemeinschaft mit außenstehender Begleitung c) die Mobile Betreuung Jede dieser Betreuungsformen hat ihre spezifische Eigenart und verlangt ein unterschiedliches, den Gegebenheiten angepasstes, Konzept. Dieses Konzept muss sehr weit und offen gehalten werden, da es sich den jeweils betroffenen Personen anpassen soll. Die Rolle des Betreuers ist bei allen gleich und kann wie folgt umschrieben werden: „der Betreuer soll nicht Erzieher, sondern Partner und Begleiter für den Jugendlichen werden“. Der Betreuer übernimmt die Rolle einer Auseinandersetzungshilfe, die dazu beitragen soll, die Lebensperspektiven des jungen Menschen mitzuentwickeln. Richtung und Tempo werden dabei von der individuellen Situation des Jugendlichen bestimmt. Ausgehend von diesem Modell haben wir unsere Arbeit gestaltet und den Notwendigkeiten unserer Gemeinschaft angepasst. Nachstehend finden Sie einen Überblick über unsere heutigen Strukturen und Interventionsmöglichkeiten.
Die Strukturen von Oikos ![]() OIKOS verfügt über drei Häuser (in Eupen und Raeren), in denen eine Unterbringung von Personen möglich ist.
Haus Jordan in Eupen
a) Abgrenzung gegen äußere Personen b) Privatheit, d.h. intime Beziehungen und umgrenzter Lebensraum c) Nähe, die geistige, emotionale und physische Intimität impliziert d) Dauerhaftigkeit, die sich aus wechselseitiger Bindung, Verpflichtung und Zielereichung ergibt. Es handelt sich um das Zusammenleben in einer Art Großfamilie, die sich zum Ziel gesetzt hat, Problemjugendliche auf der Grundbasis der Familie wieder einzugliedern. Das Haus ist familiär eingerichtet, alle Räume, bis auf die Schlafräume, werden gemeinsam benutzt. In diesem Rahmen besteht auch die Aufnahmemöglichkeit für Jugendliche unter 18 Jahren, die lt. Artikel 28 - 10 des Jugendhilfedekretes vom 20.03.1995 untergebracht werden können. Ebenfalls sind im Haus Notaufnahmezimmer für eine schnelle Aufnahme vorhanden. Aufnahmekapazität: 10 Personen (8 permanent und 2 kurzfristige, d.h. für 2-3 Tage)
Haus Chrysalis in Raeren
Das Haus Chrysalis in Raeren bietet, im Rahmen einer Wohngemeinschaft, die Möglichkeit einer längerfristigen Unterbringung von Personen die nicht in der Lage sind alleine zu leben, aber gemeinschaftsfähig sind. Personen mit leichten geistigen Behinderungen, die gepaart mit Verhaltensauffälligkeiten wie Verwahrlosung soziale Inkompetenz oder Drogen/Alkoholabusus den Rahmen der Dienststelle für Personen mit einer Behinderung sprengen.
Wir könnten uns vorstellen, dass es sich bei den Bewohnern eher um Personen ab der Altersstufen 25 - 30 Jahre handelt. Um diesen Personen bei einem längeren Aufenthalt (d.h. mehrere Jahre) einen größeren Privatbereich zuzugestehen, könnten größere Einheiten - 2 Zimmer pro Person - eingerichtet werden; Küche, Bad und ein Wohnzimmer bleiben dabei als Gemeinschaftsräume erhalten. Auch bei einem längerfristigen Aufenthalt behält das Haus Chrysalis sein Statut als Notaufnahmewohnung, da auch hier das Ziel unserer Interventionen immer der Schritt hin zur Eigenständigkeit sein muß. Aufnahmekapazität: 7 Personen
Haus Haasberg in Eupen
Das Haus Haasberg besteht aus einer Wohngemeinschaft für 3 Personen und 5 unabhängigen Appartements.
Die Wohngemeinschaft dient der kurzfristigen Unterbringung von Jugendlichen, die nach einer (kurz- oder langfristigen) Begleitung autonom leben können. Hier kann der Aufenthalt bis zu einem Jahr dauern, sollte jedoch diesen Zeitraum nicht überschreiten.
Die Appartements werden durch Personen genutzt, die integrationsfähig sind und nach einer Begleitung autonom leben können. Hierbei handelt es sich um Personen, die aufgrund ihrer Defizite nicht gemeinschaftsfähig sind und somit nicht in einer Wohngemeinschaft leben können.
Aufnahmekapazität:
Wohngemeinschaft für 3 Personen
5 Einzelwohnungen
Haus Schilsweg
Das Haus Schilsweg wird an die GoE Soziale Integration und Alltagshilfe - S.I.A. vermietet. Wir sehen dieses Initiative als eine Ergänzung zu unserer Arbeit und konnten ihr durch die Vermietung des Hauses im Jahre 1993 den Start des Projektes ermöglichen.Bemerkung Bei den angegebenen Kapazitäten handelt es sich um die maximalen Aufnahmekapazitäten der verschiedenen Häuser. Diese effektive Aufnahmekapazitäten richten sich nach der Problematik der Bewohner und deren Bedürfnisse, d.h. sie liegen meisten unter den angeführten Zahlen da ansonsten ein lebbares Miteinander nicht möglich ist.
Geschäftsstelle Bergstraße Die Geschäftsstelle dient als zentrale Verwaltungsstelle und umfaßt vorallem die finanzielle und administrative Verwaltung des Projektes, gestaltet die Öffentlichkeitsarbeit, gewährt den Kontakt mit den offiziellen Stellen (Regierung, Ministerium) sowie die Präsenz und Mitarbeit in anderen Gremien (Jugendhilferat, Koordinationsgruppe, Begleitkommission für den „Integrierten Sozialplan“ der Stadt Eupen, usw.).Neben diesen Tätigkeiten gewährt die Geschäftsstelle die Planung zukünftiger Unterbringung, die Koordination der Arbeit sowie die Dossierverwaltung.
Betreutes Wohnen auf dem freien Wohnungsmarkt Das „Mobile Betreuung“ richtet sich sowohl an junge Menschen, die aus einer der vorher aufgeführten Gemeinschaften ausziehen wie auch an junge Menschen, die sich direkt für diese Betreuungsform entscheiden oder eigenen.Diese Betreuungsform steht unter dem Leitgedanken „Sich am Jugendlichen orientieren“ wie er von der „Fédération Internationale des Communautés Educatives“ vertreten wird. Es kommt vor allem darauf an, dass sich der Jugendliche angenommen und akzeptiert fühlt. Hierzu muss auf ganz bestimmte Punkte Wert gelegt werden, z. Bsp. - aufmerksam Zuhören - Verstehen - Einfühlungsvermögen - Vertrauen. Da die Personen in der Mobilen Betreuung in einer sehr großen Autonomie leben, ist eine Orientierung hin zu Integrations- und Schulungsmaßnahmen äußerst wichtig. Diese Betreuungsform ist stark gebunden an das Vorhandensein von geeignetem und preiswertem Wohnraum. Es sollte sich um kleine, einfache Wohnungen handeln, die für den Jugendlichen ein überschaubares Maß an Arbeit und Unterhalt mit sich bringen. Hierbei ist zu beachten, dass die Wohnungen in einem, dem Bewohner angepassten Umfeld, liegen. Hierbei fällt auch die Betreuung einer Familie, um den Verbleib des Jugendlichen in der Familie zu ermöglichen. Die Begleitung eines Jugendlichen lt. Artikel 28 - 7 des Jugendhilfedekretes vom 20.03.1995 (d.h. „den Jugendlichen, der das 16 Lebensjahr vollendet hat, unter regelmäßiger Aufsicht selbstständig wohnen lassen“) ist in diesem Rahmen möglich. Diese Betreuungsform wird vor allem im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft praktiziert und umfasst hier auch sehr stark den Charakter der Straßensozialarbeit. Straßenarbeit
Zu den Aufgaben die sich OIKOS gestellt hat gehört auch die Sozialarbeit in den Brennpunkten. Diese macht sich in den verschiedenen Häusern bemerkbar durch die Präsenz von Personen, die offiziell keine Begleitung von uns annehmen, aber dich regelmäßig auftauchen. Die nicht nur kommen um mal ein Papier ausgefüllt zu bekommen, sondern um ihre Wäsche zu waschen, Brot zu holen, ein Gespräch zu führen, das Telefon zu benutzen, usw. Unter diesen Personenkreis fallen sowohl ehemalige Betroffene, wie auch Personen aus dem Umfeld der Bewohner.
Diese Kontakte beschränken sich nicht nur auf die Häuser, sondern gehen weiter auf der Straße, in den Kneipen, auf Veranstaltungen, usw. Hier werden die Mitarbeiter angesprochen, auch wenn sie als Privatperson unterwegs sind. In der Praxis wird hier also ein Stück „Straßensozialarbeit“ geleistet. INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN VON OIKOS Diagnostik, Beratung und Lebenshilfe OIKOS ist in der Lage durch qualifizierte Mitarbeiter sowohl soziale, als auch psychologische Beratung zu gewährleisten. Eine der Tätigkeiten besteht darin, bei Klienten die erstmals Rat suchen mögliche Syndrome zu erkennen und nötigenfalls an die richtige Institution weiterzuleiten. Vielen unseren Klienten wird bereits eine Beratung durch eine andere Organisation zu teil z.B. Schuldnerberatung oder Gesprächstherapie im SPZ. Hier sieht OIKOS die Aufgabe darin Interventionen zu koordinieren und zu helfen die Kontinuität einer begonnenen Maßnahme zu gewährleisten. Die Mitarbeiter von OIKOS versuchen, wenn möglich, all die Personen in den Beratungsprozess einzubeziehen, die helfen können, eine missliche Lage zu verbessern. Nehmen wir den häufigen Fall einer Entlassung aus der Psychiatrie. In ihr altes soziales Chaos Entlassene vergessen oder verweigern sehr schnell die medizinische Nachsorge/Vorsorge wie eine medikamentöse Prophylaxe so dass Rückfälle z. B. bei psychotischen Erkrankungen zwangsläufig auftreten. Es darf nicht vergessen werden, dass ein unterstützendes Umfeld (Familie) bei der angesprochenen Personengruppe nicht zu finden ist. Unterstützung bei der Lebensführung Auf dem Gebiet der Sozialarbeit wird konkrete Unterstützung in verschiedenen Bereichen gewährleistet: - Ämtergänge - Einkäufe - Aufklärung und Aids-Prävention - Arztbesuche koordinieren, initiieren - Körperhygiene und Gesundheitsfürsorge - usw. Freiwillige Finanzverwaltung In unserer Arbeit müssen wir immer wieder erkennen, dass viele der angesprochenen Personen nicht in der Lage sind ihr Geld zum eigenen Nutzen und Wohle zu verwalten. Die MitarbeiterInnen von OIKOS werden von den Betroffenen gebeten eine Finanzverwaltung zu übernehmen. Im Idealfall handelt es sich hierbei um eine zeitlich befristete Maßnahme, bis z. Bsp. ein Schuldenberg abgebaut ist oder der Betreffende gelernt hat mit den ihm zur Verfügung stehenden Mittel auszukommen. Es gibt jedoch auch einige Personen, die diese Fähigkeiten nie erwerben werden und bei denen eine Finanzverwaltung zur permanente Maßnahme werden muss. Eine Orientierung hin zu einem ÖSHZ ist meist sehr schwierig, da die Betroffenen die Bezugsperson nicht so wechseln wollen oder nicht in der Lage sind zu einer, für sie, fremden Person so viel Vertrauen aufzubringen, dass diese Einsicht in ihre Finanzen erhält. Unterstützung bei der beruflichen Integration Oikos hilft den Personen die verschiedenen Arbeitsanbieter auf dem Markt zu kontaktieren, Stellenanzeigen zu finden und entsprechend zu beantworten. In den meisten Fällen geht der Weg der beruflichen Integration über Maßnahmen des Arbeitsamtes oder der Dienststelle für Personen mit Behinderung. Hier knüpfen die Mitarbeiter die nötigen Kontakte und begleiten den Weg der Eingliederung. Training verschiedener Verhaltensweisen Da OIKOS über 3 Häuser zur Aufnahme von sich in der Krise befindlichen Personen verfügt, können gewisse Verhaltensweisen neu erlernt oder geübt werden. Im letzten Jahr hatten wir es unter anderen mit 2 Erwachsenen zu tun, die nicht in der Lage waren, sich, ihre Kleidung oder ihre Wohnung sauber zu halten. Beide Personen waren vom Profil her, Obdachlose, die immer wieder für kurze Zeit bei einem Freund/In unterkamen. Hilfe bei der Wohnungsbeschaffung Im Rahmen des Projekts Begleitetes Wohnen helfen die MitarbeiterInnen jungen und älteren Personen bei der Wohnungsbeschaffung. Aktive Unterstützung erhalten Bedürftige bei der Beschaffung von Möbeln, beim Umzug usw. Anlaufstellen Bei Haftentlassenen hilft OIKOS durch eine zeitlich befristete Aufnahme der Personen in eine Wohngemeinschaft dass ein erstes „Eingewöhnen“ ermöglicht wird. Darüber hinaus helfen die Mitarbeiter bei der Wohnungs- und Arbeitsuche. Kontaktstätte Die Wohngemeinschaften Jordan und Haasberg haben sich im Laufe des letzten Jahres zu einer Begegnungsstätte vieler sozial schwacher Menschen entwickelt. Bei einer Tasse Kaffee die ein jeder unentgeltlich erhält, werden Ideen ausgetauscht, Probleme erörtert und Hilfestellungen durch die SozialarbeiterInnen gewährleistet. Nachbetreuung Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Nachbetreuung. Viele Jugendlichen, deren Begleitung beendet ist, halten weiterhin einen lockeren Kontakt. Es finden dann Gespräche statt oder es werden Ratschläge eingeholt in nicht alltäglichen Situationen. Vergleichen kann man dies, mit den Kindern die ausgezogen sind und dann den Kontakt zum Elternhaus halten Die mittel- und langfristigen Ziele der Maßnahmen In Anbetracht der „ vielen Schwächen“ der Zielpopulation können die gesteckten Ziele jeder Betreuung nur moderat sein. Kurz und Mittelfristig gilt es Schadensbegrenzung zu betreiben. OIKOS versucht erneuten Krisen vorzugreifen 1. durch rechtzeitige Interventionen oder 2. durch konstante Betreuung begonnener Therapien. Das Ziel der Mitarbeiter ist es nicht den vordergründigen Problemen wie z.B.: übertriebener Drogenkonsum zu begegnen, sondern hintergründig die Dinge zu bearbeiten die a. den Drogenkonsum aufrechterhalten oder b. bedingen. Langfristig steht der Wunsch Personen im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Verselbstständigung zu unterstützen. Verselbstständigung kann, in Anbetracht der vielen Probleme die einige Klienten aufweisen, auch betreutes Wohnen auf Lebenszeit bedeuten. |
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Created by BWS Eupen
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